Kunstweg am Reichenbach
 
Kunstweg am Reichenbach

Thaddäus Hüppi

Thaddäus Hüppi

Thaddäus Hüppi

Thaddäus Hüppi

geboren 1963 in Hamburg
Kunststudium in Hamburg und Frankfurt
lebt und arbeitet in Baden - Baden
2000 Stadtpreis Baden - Baden
2002-03 Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds
2005 Kunstpreis Bühl
zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland

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„Watercheck“

Ein Happening für den Kunstweg am Reichenbach.

30 bis 40 modellierte Betongussköpfe in unterschiedlichen Größen werden vom Eröffnungspublikum in den Reichenbach geworfen.
Das Wasser als eines der vier Elemente ist in der christlichen Mystik das Sinnbild der Reinigung und Erneuerung. Das griechische Wort für taufen im Neuen Testament ist baptizein und bedeutet so viel wie ein- oder untertauchen. Nach christlichem Verständnis bezeichnet der Vollzug der Taufe die sicht- und erlebbare Schwelle zwischen dem alten Sein des Menschen in der Sünde und dem neuen Sein seines Lebens als Christ. Das Wasser der Taufe beendet und schenkt somit Leben zugleich. In diesem Sinne erfahren auch die modellierten Betonköpfe die Taufe und werden der Vergänglichkeit preisgegeben. Die Kraft des Baches mahlt den Stein (Beton), der für das „Ewige“ steht, zu Sand. Der Sand versinnbildlicht die Vergänglichkeit des Irdischen. In neuer Form an einem anderen Ufer angespült steht er zudem für den Neubeginn.

Das Werfen der Münze in einen Quell oder einen Brunnen bringt Glück.
Stellvertretend für unsere düsteren Gedanken, die wie Beton in unser Hirn eingegossen sind, werden die Kunst-Köpfe im Wasser versenkt, und der Reinigung unterzogen. Sie werden der Zeit überantwortet und zermahlen, um schließlich mitsamt der gedanklichen Düsternis vom Wasser fortgespült zu werden.

Inspiration:
Meine Lebensgefährtin zeigte mir in Südtirol die Arbeitsstätte ihrer Jugend. Auf dem Weg dorthin warf sie täglich einen Stein in den reißenden Gebirgsbach. Jeden Morgen vor der Arbeit vollzog sie das gleiche Ritual, um danach erfrischt auf der Arbeit zu erscheinen. Dieser Gedanke war mir einleuchtend ... seitdem werfe ich jedes Mal einen Stein in einen Bach, um dumme Gedanken auf den Stein zu übertragen, und der Kraft des Wassers die Läuterung zu überlassen.
Nachdem ich das Wasserspiel von Rüdiger Seidt bewundert hatte, wie treffend und leicht er den Kunstweg und das Tal auf den Punkt genau kommentiert, ging mir der Gedanke nicht aus dem Kopf, ebenfalls das Wasser in meine Planungen mit einzubeziehen. So haben sich also die Anregungen addiert.

www.thaddaeus-hueppi.de