Kunstweg am Reichenbach
 
Kunstweg am Reichenbach

Rüdiger Seidt

Rüdiger Seidt - Tetrahelix
Tetrahelix, 2010, Cor-Ten, 300 x 300 x 40 cm

Tetrahelix
Eine Skulptur konfrontiert den Betrachter unausweichlich -  und vom Künstler gewollt – unausweichlich mit dem Werk selbst, dessen Umgebung aber letztlich in sehr hohem Maß mit ihm selbst, das heißt, seiner Wahrnehmung und Interpretation.  Goethe brachte es auf den Punkt mit dem Satz:“ Du gleichst dem Geist, den du begreifst“.
Diese Wirkung auf den Betrachter wird in erster Linie durch  Form und Geometrie sowie die Oberfläche der Skulptur erzeugt. Formen und Proportionen erzeugen Assoziationen und stimulieren Gefühl und Erlebniswelt. Die Oberfläche kann mit Augen und Händen im wahrsten Sinn des Wortes „begriffen“ werden.
Beim Kunstwerk „Tetrahelix“ von Rüdiger Seidt lohnt es sich sowohl Form als auch Oberfläche zu hinterfragen. Die verwendete Form des „Tetraeders“ ( griechisch tetrádon =Vierflächner ) ist einer der Platonschen Körper. Er schreibt es dem Element Feuer und der Trockenheit zu. Die Formeinheit mit der Helix als Grundbaustein und Symbol des Lebens schafft einen zusätzlichen Bezug zu Wachstum und Leben. Anfang und Ende stehen in unmittelbarer Nähe zueinander, wie Leben und Tod. Mit Berechtigung  darf man wiederum Goethe mit seinem Prinzip des „ Stirb und werde“ zitieren.
Die rostige Oberfläche der Tetrahelix unterstützt diese Thematik in erstaunlichem Umfang. Das Element des Feuers findet grandios seinen Ausdruck in der oxidierten Oberfläche. Die Oxidation ist ja nichts anderes als die Verbrennung, das heißt die chemische Verbindung mit dem Sauerstoff, der ja auch in der Atmung der Lebewesen einerseits  das Leben erst  ermöglicht, auf der anderen Seite im Sinne einer Verbrennung das Altern und letztlich den Tod beinhaltet.
In den markanten Endpunkten der Skulptur bringt Seidt diese Dramatik augenscheinlich auf den Punkt. Förmlich „treibt es auf die Spitze“.  Schweißflamme und Funkenflug bei der Herstellung der Skulptur thematisieren noch zusätzlich das Feuer im Kunstwerk.
Johannes Wunsch


Rüdiger Seidt


1965 geboren in Forbach/Schwarzwald
1989 Beginn freischaffender Tätigkeit
2001 „Kunstprojekt“ mit Auszubildenden der DaimlerChrysler AG, Rastatt
2004-2012 Initiator und künstlerischer Leiter "Kunstweg am Reichenbach"
   
  Einzelausstellungen (Auswahl)
   
1999 Marstall des Rastatter Schlosses, Landkreis Rastatt (K)
2001 Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps, Freiburg
Galerie Monika Beck, Homburg/Saar (mit Maarten Thiel)
2002 Atelierhaus Goldstraße, Duisburg
2004 Städtische Galerie, Lahr
2005 Schwarzacher Münster, Rheinmünster
2006 Galerie M. Beck, Homburg/Saar
2009 Arbeiten auf Papier, Stadtmuseum Rastatt (K)

2012

Kunstverein Königsfeld, Villingen ( mit Tilman Krieg)
Landratsamt Calw
Kunstverein Bahlingen, Bahlingen a.K.
Gesundheitszentrum Gaggenau (mit Eberhard Eckerle und Günther Karcher)
2013 Kunst in der Stadt, Lahr
   

www.ruediger-seidt.de