Kunstweg am Reichenbach
 
Kunstweg am Reichenbach


Klaus Illi

Klaus Illi-Himmelsleitern
"Himmelsleitern", 2014, Installation von Holzleitern in Bäumen

Klaus Illi
 
2004            Künstlerresidenz Karthäuser-Kloster Ittingen, Schweiz
2002/03       Artists’ Residency Herzliya, Israel
1998-2001   3-jähriges Atelierstipendium des Landkreises Esslingen
1998/99       Residency in Paris, Cité Internationale des Arts, France
1997/98       Residency Künstlerhaus Kloster Cismar
1996/97       Atelier in Paris
1992            Atelier in New York, N.Y.
1990+92      Residency Edward F. Albee Foundation, Montauk, New York
1991-92       Universität der Künste, Berlin, MFA / Skulptur
1988-90       Parsons The New School for Design, New York, N.Y., MFA / Sculpture
1989            Athena Foundation, Long Island City, N.Y.
1985-88       Universität der Künste, Berlin
1983-91       Fellowship Evangelisches Studienwerk e.V., Villigst
1982-85       Staatl. Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
1953            In Stuttgart geboren
 
Die Himmelsleiter ist ein Bild für die Verbindung von oben und unten, von Himmlischem und Irdischem und thematisiert das „Zwischen“, die Verbindung, den Weg. Man kann sie als Verbindung von Leben und Tod deuten, sie können ein Zeichen der Hoffnung und Sehnsucht sein, wenn man jemanden betrauert, der „gegangen ist“, den man „im Himmel“ wähnt. In diesem Kontext ist die Symbolik von Natur, Licht, Wachstum, Luft positiv und konstruktiv, wenngleich die nach oben führenden Leitern „im Nichts“ enden. Paul Celan sprach im Kontext des monumentalen Massenmords in der deutschen Geschichte vom Grab in den Lüften. Die Himmelsleitern können als „memento mori“ verstanden werden. In der mittelalterlichen Mystik spielte die Vorstellung der „scala paradisi“ eine Rolle, die geistig erklommen werden musste. Die Leiter war ein klösterliches Symbol und stand für die Entwicklung vom Unvollkommenen zum Vollkommenen.
Die Bäume sind ein Bild des Lebens, sie stehen für Wachsen und Reifen, für Zeit und Vergänglichkeit. Durch die wachsenden Bäume und die Jahreszeiten verändert sich das Gesamtbild der Installation langsam und kontinuierlich.

Nicht zuletzt sind die Bäume auch mit einem noch schnelleren und unmittelbar existentiellen Rhythmus und Kreislauf verbunden. An einem für Stuttgart 21 zu fällenden Baum stand „Ich atme für dich“. Das Teilen des Atems, das Begreifen des gemeinsamen Schicksals könnte mit den Bäumen und den Himmelsleitern angestoßen werden.

www.klaus-illi.jimdo.com