Kunstweg am Reichenbach
 
Kunstweg am Reichenbach

Josef Bücheler

Josef Bücheler- Baumglocken
Glockenbaum, Papier, bunte Zeitung, Graphit, Erde, Asche, Putzhärter, 2007

Ausgang meiner Arbeit sind Papier, Weidenzweige, lebende Bäume, Seile, bunte Zeitung, Graphit, Kalk, Erde und Asche. Die Arbeiten entstehen spontan in der Auseinandersetzung mit dem Material. Durch das Zusammenspiel des Materials und dessen Kräfte während des Arbeitsprozesses entsteht die Gestalt der Objekte. Das einfache Material und die reduzierte Form ist Inhalt und Aussage meiner Objekte. Materialität und Immaterialität bilden die Pole meiner Arbeit.

Die Verwendung von Papier hat mich jahrelang an den Raum gebunden. Durch die Realisation zahlreicher Objekte mit lebenden Bäumen habe ich mit dem Papier den Freiraum zurückgewonnen. Sind meine Objekte im Raum Hinweise auf Vergängliches, so sind meine Objekte mit den Bäumen jetzt direkt der Vergänglichkeit ausgesetzt. Dabei bestimmt das Wachstum des Baumes die Gestalt und Form, das Wetter über Veränderung und Vollendung meiner Arbeit.

Meine Zeichnungen haben selten eine Beziehung zum Objekt, sie sind selbst Objekt. Dreidimensionalität wird nicht vorgespiegelt sondern ist Realität. Ich arbeite auf mehreren, aufeinander gespannten Büttenpapieren mit Graphit, bis das Papier aufplatzt und ich die darunterliegende Schicht und die wieder darunter liegende erreiche.

Josef Bücheler

1936  in Wiesbaden geboren
1951- 57 Lehre und Gesellenzeit als Tapezierer und Polsterer
1957 - 59

Lehre als Kunstglaser und Glasmaler

1959 – 62 Noviziat in der Benediktiner Abtei St.Matthias, Trier
1965 Wohnsitz in Rottweil
1974 - 99 Lehrauftrag für Werken und Technik an der Maximilian-Kolbe-Schule, Rottweil
1979 - 82 Arbeitsaufenthalte als Bildhauer und Lehrer im Entwicklungsprojekt Shanti-Dipshika, Bangladesh
1985 Mitglied im Künstlerbund BW
1986 Projektpreis Zeichnung und Zeichenprozesse, Stadt Freiburg
1988   Mitglied im Deutschen Künstlerbund
1990 Projektpreis Installationen, Kunsthalle Marienbad, Freiburg
1996 Erich-Heckel-Preis des Künstlerbundes BW